Verteilung der PV Produktion am Gesamtverbrauch des Standorts

Nicolas Vodoz Aktualisiert von Nicolas Vodoz

Wie wird der Solarbezug (Eigenverbrauch) auf die Verbraucher aufgeteilt?

  1. Der Elektrizitätsverbrauch unterteilt sich in zwei Teile: den aus dem Netz und den aus der Installation (PV).
  2. Um diese beiden Anteile zu bestimmen, basiert Climkit standardmässig auf dem Eingabe-Zähler, der zwei Flüsse umfasst: den Netzbezug (Normaltarif) und den PV-Überschuss vom/zum Netz, sowie auf den Verbrauchszählern.
  3. Der Anteil am Solarbezug (Eigenverbrauch) am Verbrauch wird dann wie folgt berechnet: Anteil Solarbezug (Eigenverbrauch) = Summe der Verbräuche - Netzbezug. Der Autarkiegrad des Standorts wird durch die Formel ermittelt: Anteil PV / Summe der Verbräuche.
  4. Climkit verteilt den Anteil der PV alle 15 Minuten auf die Verbraucher, indem der Autarkiegrad des Standorts auf ihren individuellen Verbrauch angewendet wird. Der nicht durch PV gedeckte Teil wird dann durch das Netz bereitgestellt.
  5. Durch die Basierung auf den Flüssen des Eingabe-Zählers wird garantiert, dass Netzbezug und PV-Überschuss gemäss der Rechnungsstellung und den Vergütungen des EW/VNB verbucht werden und dass der Netzbezug gerecht unter den Verbrauchern aufgeteilt wird.
  6. Die PV Produktion wird daher mit der folgenden Formel abgeleitet: Produktion = Summe der Verbräuche - Netzbezug + PV-Überschuss. Die Eigenverbrauchsquote des Standorts wird durch die Formel ermittelt: Anteil PV / Produktion

Warum gibt es PV-Überschuss und Netzbezug in derselben 15-Minuten-Periode, obwohl die Produktion dem Verbrauch entspricht?

  1. Wenn zu Beginn der Periode der Verbrauch höher als die Produktion ist, erfolgt ein Netzbezug. Wenn jedoch am Ende der Periode der Verbrauch sinkt, wird die überschüssige Produktion als PV-Überschuss zurückgespeist.
  2. Würde man sich nicht auf den Eingabe-Zähler stützen, hätte man während dieser 15 Minuten einen Autarkiegrad von 100 %. Dies würde jedoch nicht die vom EW/VNB erfasste Realität widerspiegeln, der den Netzbezug zu Beginn der Periode fakturiert und den PV-Überschuss am Ende der Periode vergütet.

Warum gibt es nachts ein wenig Produktion?

  1. Da Messverluste und Abweichungen existieren (zum Beispiel misst der Eingabe-Zähler oft einen geringeren Netzbezug als die Summe aller Verbrauchszähler, selbst ohne Produktion), werden diese Abweichungen in der Berechnung der abgeleiteten Produktion absorbiert.
  2. Wenn der Netzbezug höher als der Verbrauch ist, beobachtet man nachts eine Produktion. Das bedeutet, dass der Eingabe-Zähler weniger präzise ist als die Gesamtheit der Verbrauchszähler.
  3. Umgekehrt, wenn der Netzbezug niedriger als der Verbrauch ist, erhält man eine negative Produktion, was darauf hindeutet, dass ein Teil des Verbrauchs nicht durch einen Zähler gemessen wird.
  4. Wenn diese Werte minimal bleiben, handelt es sich um normale Verluste in der Installation, die ignoriert werden können, da sie die Produktion leicht verringern, ohne den Netzbezug und somit den Netzanteil am Verbrauch zu beeinflussen.

Was ist bei grossen Abweichungen zwischen Netzbezug und Verbrauch zu tun?

  1. Wenn die Differenz zwischen dem Netzbezug ohne Produktion und dem Verbrauch gross ist, deutet dies darauf hin, dass mindestens ein Rechnungspunkt nicht gemessen wird, d. h. es fehlt mindestens ein Zähler.
  2. Bis zur Installation eines zusätzlichen Verbrauchszählers wird ein Simulierter Regelzähler erstellt, um diesen „nicht gemessenen“ Verbrauch abzuleiten. Dieser Simulierter Regelzähler kann dann zum Zähler der allgemeinen Teile des Standorts hinzugefügt oder direkt einem Rechnungspunkt zugewiesen werden.
  3. Durch Ableitung dieses nicht gemessenen Flusses werden der Eingabe-Zähler, die Verbrauchszähler und der Produktionszähler berücksichtigt.

Warum nicht in jedem Fall einen Simulierten Regelzähler erstellen und den nicht gemessenen Fluss ableiten?

  1. Dieser Simulierter Regelzähler würde alle kleinen Differenzen absorbieren und somit manchmal positive, manchmal negative Werte verbuchen, was den Netzanteil am Verbrauch der Verbraucher beeinflussen würde, sodass dieser nicht mehr exakt der vom EW/VNB fakturierten Menge entspräche.
  2. Zudem würde, falls der Simulierter Regelzähler dem Rechnungspunkt der allgemeinen Teile zugewiesen wird, dies den Verbrauch der allgemeinen Teile erhöhen oder verringern, was nicht mehr dem entspräche, was tatsächlich vom Zähler der allgemeinen Teile gemessen wird.
  3. Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch wenn dies die Grafiken homogener machen würde (ohne nächtliche Produktion), darf der nicht gemessene Fluss nur abgezogen werden, wenn es sich tatsächlich um einen nicht gemessenen Verbraucher handelt. In allen anderen Fällen leiten wir den Produktionsfluss ab, was Abweichungen und Verluste absorbiert und gleichzeitig mit dem vom EW/VNB verbuchten Eingabe-Zähler abgeglichen bleibt.

Wie funktioniert eine Batterie und welchen Einfluss hat sie auf den Eigenverbrauch?

  1. Die Installation einer Batterie ermöglicht es, die überschüssig produzierte PV Produktion eines Standorts zu speichern. Wenn die PV Produktion den momentanen Verbrauch übersteigt, wird der Überschuss in der Batterie gespeichert.
  2. Sobald die Batterie vollständig geladen ist, wird jeder weitere Überschuss in das Stromnetz eingespeist.
  3. Wenn der Verbrauch die Solarproduktion übersteigt, entlädt sich die Batterie, um die Verbraucher des Gebäudes zu versorgen. Dieser Mechanismus ermöglicht es, die Eigenverbrauchsquote signifikant zu erhöhen, da der tagsüber produzierte Solarstrom auch nachts verfügbar ist.
  4. Wenn die Batterie leer ist, wird der restliche Strom automatisch aus dem Netz bezogen.
Erfahren Sie mehr über Speichersysteme (Batterie)

Warum gibt es Unterschiede zwischen den Daten des Wechselrichters, des EW/VNB und der Climkit Plattform?

Es ist völlig normal, Abweichungen zwischen den auf der Climkit Plattform angezeigten Daten und den vom Wechselrichter, der Batterie oder dem Zähler des EW/VNB gemessenen Werten festzustellen.

Mehrere Gründe erklären diese Differenzen:

  1. Toleranz der Zähler: Zertifizierte Zähler (z. B. MID) haben eine Präzision zwischen 0,5 und 1 %. Andere Zähler, wie einige in den Wechselrichter integrierte „Smart Meter“, können etwas ungenauer sein.
  2. Zählertyp: Die direkte Messung (Direkter Stromzähler (<80A)) ist präziser als die indirekte Messung mit Stromwandlern (TI). Für bessere Ergebnisse sollten TI verwendet werden, die an die tatsächlich gemessene Stromstärke angepasst sind. In der Praxis installieren EW/VNB oft überdimensionierte TI, was zu einer Unterschätzung bei geringer Stromstärke führen kann.
  3. Berechnungsmethoden: Der Eigenverbrauch an einem PV-Standort wird in der Regel aus verschiedenen Messungen berechnet und nicht direkt abgelesen. Systeme können bestimmte Werte aus anderen ableiten, was zu Differenzen führt: Beispielsweise kann ein Wechselrichter den Verbrauch des Gebäudes aus der Produktion und der Messung am Eingang (Netzbezug und PV-Überschuss) schätzen, während ein anderes System die Produktion basierend auf den gemessenen Verbräuchen berechnet.
  4. Messort und Verluste: Die vom Wechselrichter angegebene Produktion entspricht dem erzeugten Gleichstrom (DC), während Climkit den tatsächlich in das Gebäudenetz eingespeisten Wechselstrom (AC) nach der Umwandlung misst. Die DC/AC-Umwandlung und die Kabel führen zu einem Verlust von 3 bis 5 %.
    Bei Verwendung eines MS/NS-Transformators (Mittelspannung/Niederspannung) betragen die Verluste etwa 5 %.
  5. Messfrequenz: Systeme messen und übertragen Daten in unterschiedlichen Intervallen (jede Minute, alle 5 oder 15 Minuten, zu festen oder zufälligen Zeiten usw.), was kleine Differenzen erzeugen kann, insbesondere wenn der Verbrauch schnell schwankt. Zudem kann das Runden von Zahlen zu leichten Abweichungen in der Gesamtsumme einer Periode führen.
  6. Vorhandensein einer Batterie: Wenn der Standort eine Batterie umfasst, variiert die Methode zur Zählung der gespeicherten oder abgegebenen Energie je nach System, insbesondere nachts, wenn sich die Batterie entlädt. Kleine Energiemengen können in das Netz eingespeist oder daraus bezogen werden, ohne immer vom Monitoring-System der Batterie erfasst zu werden.

Zusammenfassend sind Differenzen von wenigen Prozent (oder einigen kWh) zwischen zwei Messsystemen normal und bedeuten nicht, dass ein Fehler oder eine Fehlfunktion vorliegt.

Wie lässt sich die Richtigkeit der Messungen überprüfen?

Climkit kontrolliert regelmässig die Konsistenz seiner Messungen. Der einfachste Test besteht darin, die Daten nachts zu prüfen: Ohne Solarproduktion muss die Summe der Individualabrechnungen der aus dem Netz importierten Energie (Hauptzähler) entsprechen. Dieser „Nachttest“ ist ein guter Indikator für die Funktionsweise des Systems.

Bei einem anderen System sollte man sich an den Installateur wenden, um die Konfiguration und die ordnungsgemässe Funktion der Hardware zu überprüfen.

Um schliesslich zwei Systeme präzise zu vergleichen, empfiehlt es sich, die Lastgangkurven (im 15-Minuten-Takt) über mehrere Tage zu exportieren und zu vergleichen. Diese auf der Climkit Plattform verfügbaren Daten (Excel-Datei) ermöglichen eine detaillierte Analyse etwaiger Differenzen.

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